Die Giles Triologie
Teil 2: Llevlyn (10-13/19)
Credits
Autor:Melanie Laier
Teil:10-13/19
Inhalt:Fortsetzung zu "Die Geister, die ich rief"
Altersfreigabe:ab 14
Rechte:Na das übliche....alles gehört rein rechtlich Joss Whedon, Fox, WB, Sandollar, Kuzi...
Kommentar:Spoiler enthalten in Blick auf die 4.Staffel
Feedback:
Geschichte

Giles lief nervös auf und ab. Er hatte noch vor wenigen Minuten selbstsicher gewirkt, als er mit Spike und den anderen einen Plan gegen Llevlyn ausgeheckt hatte. Aber kaum waren Buffy, Willow, Xander und Anya gegangen, plagten ihn auch schon die ersten Selbstzweifel. Was, wenn Llevlyn früher zu schlug als erwartet? Wenn er gar von ihrem Plan erfuhr? Er blieb stehen und sah zu Spike, der an Giles Bücherregal stand und offensichtlich nach was suchte.

"Kann ich dir irgendwie helfen?" Giles sah bereits sein ordentlich aufgeräumtes Regal in heillosem Durcheinander.

"Öh, ich suche nach dem "Buch des Bundes von Cerridwen". Sagt ihnen daswas?" Spike wandte seinen Blick nicht von den vielen in Leder gebundenBuchrücken ab.

Und ob Giles das Buch etwas sagte. Der Bund der Cerridwen war nach der Christianisierung Irlands ein großer Geheimbund der Druiden gewesen, der die Göttin Cerridwen weiter verehrte. Cerridwen war die Göttin des Mondes, des Getreides und der Natur. Aber sie stand unter anderem auch für die Schützerin der Magie, Astrologie, Kräuter, Zaubersprüche und Weisheit und war Herrin des Todes. Cerridwen war eine der höchsten Göttinnen der Kelten und stand für alles, was ein Druide beherrschen sollte. Unter den Christen wurde Cerridwen leichtsinnigerweise zur Hexe abgestempelt und die Druiden hatten keinen leichten Stand. Aber was hatte Cerridwen mit ihrem Problem zu tun?

"Also?" Spike sah nun ungeduldig zu Giles.

Giles zog fragend die Stirn infalten.

"Haben sie nun eine Ausgabe davon? Es wäre uns sehr hilfreich. Ich erinnere mich nur noch dunkel an den Zauberspruch."

Das konnte lustig werden. Vorhin hatte Spike noch felsenfest behauptet den Spruch zu beherrschen und wenn nötig ihn jederzeit zu wiederholen.

"Ich denke schon. Es ist zwar kein Originalband, den konnte mir ein andere Wächter vor der Nase wegschnappen, aber es ist eine Abschrift, 10 Jahre später angefertigt. Ich habe es aber nicht hier im Regal. Einen Moment," völlig begeistert, daß das Buch doch noch für etwas Nutze war, nachdem er ein kleines Vermögen dafür ausgegeben hatte, eilte er die Treppe zu seinem Schlafzimmer rauf und holte das in Samt gebunden Buch, mit Goldletteraufschrift aus seiner wertvolleren Sammlung und brachte es Spike.

"Und es ist wirklich uhm, wichtig?" Giles sah immer noch keinen Zusammenhang.

Spike schien gekränkt.

"Wenn sie mir nicht vertrauen, Mann..."

"Schon gut. Ich, ich sehe nur keine Verbindung..."

"Llevlyn ist aus einem der ersten Keltenstämmen hervorgekommen, bevor er zu einem Vampir wurde. Laut der Legende ging irgendetwas in der Todeswelt schief, mit seiner Seelenwanderung, und er wurde wieder geboren, eben als dieses Monster oder wie man heute moderner sagt Vampir. Sein Stamm musste sich was einfallen lassen, um ihn wieder los zu werden und der Saga nach, hat Cerridwen einen Bannspruch den Kelten geschenkt, mit dem sie Llevlyn wieder los wurden. Im Mittelalter wurde er jedoch durch einen geheimen Befreiungszauber befreit und er nahm die Identität Tigernmas "Herr der Toten an" und wurde zu einem Herrscher über sein eigens kleines Reich. Er führte die Verehrung des Gottes Crom Cruach ein, dem ein Teil der Ernte und die Erstgeborenen in einer Familie geopfert werden musste. Krankes Gehirn. Er wurde vom Geheimbund der Cerridwen gebannt und eben von Angelus und mir erneut freigesetzt."

"Du kennst dich wie ich sehe bestens aus," Giles Blick nahm den drohenden Ausdruck vor wenigen Stunden wieder an, aber er hatte wenig Lust sich auf Spike zu Stürzen und ihm für das Schweigen einen Denkzettel zu verpassen. Er war froh, dass er ihnen wenigstens jetzt half.

"Ich habe damals ausführlich recherchiert. Ich wollte den Wahnsinnigen los werden, um jeden Preis. Er wollte Dru und das musste ich ja schließlich verhindern. Ich bin heimlich, ohne Angels Wissen, in Irland herumgezogen und habe mich über Llevlyns Legende erkundigt. Dabei bekam ich einen Hinweis auf diesen Bund der Cerridwen und wo ich ihr Oberhaupt finden konnte. Und so neugierig wie ich nun mal war, ließ ich mir das nicht zweimal sagen und suchte diesen Geheimbund auf. Man verriet mir angesichts der großen Gefahr, die von Llevlyn ausging, den Bannspruch. Und sie glauben mir nicht, wie schwer es mir viel, keinen von diesen Menschen anzuknabbern, aber sie waren mir eine große Hilfe, also ließ ich sie in Frieden," Spike grinste selbstgerecht und bösartig. Giles ignorierte es, er hatte andre Sorgen. "Und jetzt kann ich mich eben nur noch halb daran erinnern, aber mit diesem Buch..."

"Er hat Buffy! Giles, dieser Lev-Lev...der Vampir hat Buffy," Xander stolperte in den Raum, dicht gefolgt von Willow. Sie waren beide völlig außer Puste und in offensichtlichen Panikzustand.

"I-ich ... w-was?" Giles riss ungläubig die Augen auf. Llevlyn hatte bereits zugeschlagen. Er ließ ihnen keine Zeit zum Planen, er war zu gerissen.

"Er hat uns auf dem Nachhauseweg angegriffen. Buffy ging gleich auf ihn los. Wir sollten zurücklaufen und sie warnen und..." plapperte Willow drauf los.

"Warte, warte, warte," stoppte Giles Willow. "Er hat Buffy, oder sie kämpfen?"

"Haben sie den schon mal kämpfen gesehen?" Xander verstummte sofort, als er Giles Blick begegnet. Auwei, dumme Frage Xander. Sicher wußte Giles wie dieser Wahnsinnige kämpfen konnte.

"Wir sind geflohen, während Buffy noch kämpfte, aber Giles, sie hat keine Chance..." Willow klang sehr niederschlagen und recht weinerlich. In Anbetracht was sie eben erlebt hatte keine Wunder. Die starke Jägerin, die bisher jeder Gefahr trotzte, hatte wahrscheinlich versagt.

"Wie weit von hier?" Giles stand bereits an seiner Waffenkiste und begann Armbrust und Axt zurichten, wohl wissend, daß er damit recht dumm und überstürzt handelte. Aber es ging um Buffy.

"Nicht weit." Xander zuckte mit den Schultern. "10 Minuten? Im Dauerlauf 5?"

"Spike? Mitkommen!" Und Giles warf dem verdutzten Vampir die zweischneidige Axt zu und stürmte Richtung Tür.

"Eh Giles und wir?"

Nicht das Xander unbedingt versessen auf Mithilfe war, er konnte gut darauf verzichten zu Hundefutter verarbeitet zu werden, aber hatte er oder Willow eine Wahl?

"Ja, genau. Ich bleibe bestimmt nicht hier und..." Willow folgt Giles.

Doch Giles blieb an der Tür stehen und sah die beiden ungewohnt streng an.

"NEIN, auf keinen FALL. Ihr bleibt hier und wartet...uhm, egal auf was. Jemand von uns wird schon zurück kommen. Ihr folgt uns NICHT! Ist das klar?"

Xander und Willow sahen sich überrascht an und schluckten schwer. Giles war ja mächtig übel drauf. Sie nickten stumm. Xander war es recht, so doch noch länger am Leben zu bleiben und Willow war enttäuscht. Vielleicht hätten sie zu viert mehr ausrichten können.

Buffy konnte nicht mehr. Ihre Kraft war aufgebraucht. Sie wußte nicht weiter. Giles hatte nicht übertrieben. Er hatte sie nicht angelogen. Und was nun? Sollte sie sich einfach ergeben und diesem Vampir seinen Sieg gönnen? Sich gefangen nehmen lassen und somit zum Spielzeug von Llevlyn werden, mit dem er Giles erpressen konnte und dies unweigerlich zu ihrer beiden Tod führen würde? So wie es Giles vorhergesagt hatte?

"O.k., du Monster. Was willst du von mir und von Giles?"

Llevlyn machte eine Pause und lachte.

"Hat es dir dein Wächter nicht gesagt? Ich räche meine ermordeten Kinder. Deine Wächter und Du werden für die unzähligen gemordeten sterben..."

"Hey, du hast da was verpaßt. Ihr seid Abschaum, ihr seid böse. Ich rette die Menschen vor euch..."

"Argh!"

Ups, anscheinend hatte sie Llevlyn gereizt. Er holte erneut aus und versuchte sie mit seiner Axt in zwei Teile zu spalten. Sie kam beim Ausweichversuch ins Schwanken und verlor das Gleichgewicht. Hart schlug sie auf den Asphalt auf und ehe sie sich aufrichten konnte, stand Llevlyn über ihr. Sie versuchte sich von ihm wegzurobben, aber er packte sie am Kragen und beugte sich halb zu ihr, halb zog er sie in die Höhe.

"Du solltest dir deine Worte gut überlegen, Kleine. Ich spaße nicht. Ich bin kein dummer Gegner, ich bin nicht so leicht zu staub zu verarbeiten ... ich bin dein schlimmster Alptraum, daß sollte dir klar werden..."

"BUFFY!" Giles kam dicht von Spike gefolgt die Straße entlang gerannt.

Buffy sah ihn nicht, hörte ihn nur und sie hoffte, er war schlau genug, fern zu bleiben und nicht im Affekt zu handeln. Sein kühler Kopf war hier gefragt. Sollte Llevlyn sie doch gefangen nehmen. Giles würde sie bestimmt nicht im Stich lassen.

"Oh, Wächter Giles," Llevlyn ließ Buffy unsanft zurückfallen. Erneut schlug sie mit ihrem Kopf auf. Mann, das machte sie langsam fertig. "Wie ich sehe, rennst du diesmal nicht vor mir weg. Diesmal steht du vor mir, zwar vor Angst schlotternd und mit ... SPIKE?"

Spike trat einen Schritt hinter Giles. Ihm war klar, daß Llevlyn sehr gut wußte, wer ihn vor über 100 Jahren in die Hölle geschickt hatte. Er grinste Llevlyn entgegen.

"Hey, Meister. Schön dich wieder zu sehen," und zeigte ihm drohend die Axt.

"Ganz meinerseits, ja," Llevlyn beobachtete Giles und ließ Spike dabei nicht aus den Augen.

Giles hatte die Armbrust in Anschlag, wußte aber nicht ob die ihm überhaupt etwas nutzte. 2000 Jahre waren schon beträchtlich und seine Haut mußte zäh wieder Leder sein. Entweder brach der Pfeil oder prallte ab. Aber er fühlte sich etwas sicherer. Er mußte Llevlyn irgendwie ablenken, damit Buffy eine Chance hatte sich aus seiner Reichweite zu retten. Aber Llevlyn schien seine Gedanken gelesen zu haben, den er griff nach Buffy, zog sie hoch und schlug sie mit einem einzigen Faustschlag gegen die Schläfe k.o.

"NEIN!" sich völlig bewußt dumm zu handeln, bewegte sich Giles auf Llevlyn zu. Llevlyn sah ihn kommen, richtete seinen Blick starr auf Giles und machte eine wegwerfende Handbewegung. Eine unsichtbare Kraft, als wäre er gegen eine unsichtbare Mauer geprallt, wurde Giles nach hinten geworfen und prallte gegen eine Wand. Die Luft blieb ihm weg und er saß für einen Moment benommen da. Seine Brille war ihm von er Nase geflogen und Spike reichte sie ihm. Dieser kurze Moment hatte Llevlyn gereicht, um mit Buffy auf den Schultern in die Dunkelheit zu verschwinden. Giles blieb am Boden sitzen, starrte für eine lange Zeit an die Stelle, wo eben noch Buffy gelegen hatte und war seit Jennys Tod, seit langem den Tränen nahe, aus Wut, Erschöpfung und aus Angst um Buffy. Schließlich riss er sich zusammen. Er durfte sich nicht gehen lassen. In diesem Zustand war er für niemanden eine Hilfe und schon gar nicht für Buffy. Er ließ sich von Spike auf die Füße helfen.

"Und?" Kam es gleichzeitig aus Willows und Xanders Mund, als Spike und Giles zurückkehrten, aber sie wußten die Antwort noch bevor Giles antworten konnte. Erstens hatten sie keine Buffy dabei und zweitens sah Giles ziemlich fertig aus. Giles schüttelte nur mit dem Kopf und ließ sich erschöpft auf seinem Sofa nieder. Er nahm die Brille ab und langte sich an den Hinterkopf, mit dem er gegen die Mauer geprallt war.

"Er ... er uhm hat sie, uhm, ja..." Giles sah gefaßt Willow und Xander an. "Wir haben viel zu tun, wenn wir Buffy retten und mich vor Llevlyns Zugriff bewahren wollen."

Llevlyn brachte Buffy in den Keller des leerstehenden Bürogebäudes. Das Haus lag in einer ziemlich ruhigen Lage, es gab hier fast nur Bürogebäude, vereinzelte Läden, die längst geschlossen hatten und es gab hier fast niemand, der nach Feierabend auch noch wohnen wollte. Er hatte hier nach Sonnenuntergang völlige Ruhe. Der Keller lag tief, und es drang nichts nach außen. Der geeignete Ort. Er kettete Buffy an den Hand- und Fußgelenken zwischen zwei Stützpfeiler an. Sie hing wie gekreuzigt da und Llevlyn sah mit einem zufriedenen Lächeln an die gegenüberliegende Seite, wo er für Rupert einen Platz seiner Jägerin gegenüber reserviert hatte. Das Spiel hatte begonnen und er genoss jetzt schon jeden einzelnen Zug. Buffy stöhnte und Llevlyns Aufmerksamkeit wurde wieder auf sein Hauptobjekt gerichtet.

"Sieh an, die Jägerin kann doch einiges wegstecken," er riss Buffys Kopf an den Haaren packend grob zurück. Buffy stöhnte auf, blinzelte benommen und sah ihn dann klar und direkt an. "Wir beide werden viel Spaß miteinander haben. Verlass dich darauf." In Buffys Gesicht spiegelten sich die verschiedensten Emotion wieder, Wut, Enttäuschung, aber sie beherrschte sich, versucht Haltung zu bewahren und wollte auf keinen Fall den Vampir ihre Angst spüren lassen. Llevlyn sah sie kurz durchdringend an und verließ den Keller und überließ Buffy der Dunkelheit.

"Seid ihr fündig geworden?"

Spike stand ungeduldig im Raum und wartete jetzt schon seit fast einer Stunde auf Giles Übersetzung des Buches der Cerridwen. Xander war in den Zauberladen gegangen, um Giles einige Zutaten zu holen, die er bereits in dem Buch gefunden hatte und Willow recherchierte in einer alten lateinischen Schrift, um mehr über Tigernmas herauszufinden. Giles sah kurz entnervt zu Spike, der den Blick richtig deutet und nicht weiter auf eine Antwort pochte. Es war mittlerweile weit über Mitternacht hinaus. Aber Giles wollte sich und die anderen nicht schonen. Es ging alleine darum, Buffy so schnell wie möglich zu finden und vor Llevlyns Foltermethoden zu bewahren. Wenn er wirklich Angel beigebracht hatte, was Giles selbst am eigenen Körper zu spüren bekommen hatte, wollte er nicht wissen, wie Llevlyn in diesem Fach bewandert war. Es macht ihn fast wahnsinnig Buffy in seiner Gewalt zu wissen. Zu wissen, daß Llevlyn zum einen wegen seiner Mission hier war, und zum anderen auch vor allem hier war, um sich an Giles Entkommen vor 15 Jahren zu rächen. Aber das brachte hier niemanden weiter und er wollte den anderen nicht zeigen wieviel Angst es ihn bereitete.

Xander kam zurück und brachte, was man ihn aufgetragen hatte. Giles bekam das Gefühl nicht los, das Xander seit zwei Tagen seinen Worten viel mehr Bedeutung zollte und sehr viel ernster an die Sache heranging als für ihn gewöhnlich war. Selbst seine dumme Sprüche sparte er sich. Konnte es sein, daß er das Angebot des Rates ernsthaft annehmen wollte? Er durfte nicht versäumen, Xander danach zu fragen, sobald sie das hier durchstanden hatten. Er fuhr mit der Übersetzung fort.

"Oh. Oh, oh, oh..." Willow hoppelte auf ihrem Stuhl ungeduldig auf und ab. Somit konnte sie sich sicher sein, die Aufmerksamkeit der Anwesenden hundertprozentig auf sich gerichtet zu haben. "Ich glaube ich habe hier was."

Willow stand auf und brachte Giles das Buch und tippte auf die entsprechende Stelle. Sie wollte sicher gehen, daß sie das eben richtig verstanden hatte und den Fachmann noch mal rann lassen. Giles nahm ihr das Buch ab, runzelte die Stirn und sah dann etwas erleichtert in die Runde.

"Sehr gut. Ich wußte, daß er irgendwo eine Schwachstelle haben muß."

Er las die entsprechende Stelle erneut, Xander und Spikes Ungeduld ignorierend.

"Was, Giles? Würden sie sich uns bitte etwas informativer zeigen?" Xander platzte vor Neugierde.

"Die Tätowierung, der Drache auf der Brust, uhm ist die offensichtliche Schwachstelle. So wie in der dt. Legende Siegfried eine einzige verwundbare Stelle auf der Schulter hatte..." Giles verstummte, als er sich mal wieder der fehlenden Allgemeinbildung der amerikanischen Schüler bewußt wurde und Xanders zunehmenden, verwirrten Blick richtig deutete. "Hm, ja, was soll's, kurz gesagt, er ist nur an dieser Stelle durch einen Pflock zu töten. Aber es darf kein beliebiger Pflock sein. Er muß aus Eichenholz gefertigt werden und von einem Druiden geweiht sein..."

"Oh prima und wie sollen wir da rann kommen? Fliegen wir kurz nach England, um diese Spinner zu suchen oder reicht eine Reise mit der Zeitmaschine?"

Xander schien langsam wieder in Form zu kommen.

"Nein," Giles nahm übermüdet seine Brille ab und legte sie vor sich auf den Schreibtisch. Er wusste wo sie solch einen Pflock herbekamen, aber das brachte schmerzhafte Erinnerungen mit sich. Er stützte sein Kinn in die linke Hand und sah kurz, in Erinnerung an Jenny, vor sich auf die Tischplatte. "Ich weiß von ... damals...uhm Jenny, eh Ms. Calendar hatte mir einst erzählt, wo sie und ihr Onkel ihre magischen Zutaten kauften...der Besitzer hat den Laden verkauft, nach ihrem Tod, aber ich weiß wo er wohnt und ich denke er kann uns weiterhelfen. Hier geht es ja nicht mehr nur um harmlose Spielereien.."

Willow verdreht die Augen. Als wären ihre Zaubersprüche, die Giles in letzter Zeit alle angewendet hatte Spielereien gewesen. Aber trotzdem entging es ihr nicht, daß Giles seit sehr langer Zeit, dass erste mal wieder von Ms. Calendar sprach. Offensichtlich war der Verlust noch immer nicht verarbeitet, jedenfalls schien ihr Giles für einen Moment weit weg mit seinen Gedanken. Als Giles mit einem Ruck seine Brille zurücksetzte und sich ihnen abrupt zu wandte, was sie sich sogar ziemlich sicher, wo er gerade mit seinen Gedanken war. Mit einem Blick zu Xander stellte sie fest, daß er wohl in die gleiche Richtung dachte. Giles mußte mit einem unangenehmen Gefühl feststellen, daß Willow und Xander sehr wohl gemerkt hatten, daß er durch diese kurze Erinnerung, schmerzhaft seinen Gedanken freien lauf gelassen hatte. Eine unangenehmes Schweigen machte sich kurz im Raum breit. Giles sah sich genötigt, als erster zurück zum Thema zu finden.

"I-ich werde ihn sofort aufsuchen und wenn nötig aus dem Bett klingeln. Es ist ja schließlich ein Notfall nicht," er lächelte ein kurzes, zynisches Lächeln. Ein schlechter Versuch den anderen zu zeigen, daß alles mit ihm in Ordnung war.

"Sollen wir mitkommen, Giles?" Willow wollte irgendetwas tun und nicht nur hier nutzlos herumsitzen und Giles dabei zu sehen, wie er vor Angst langsam durchzudrehen begann.

"Nein, nein ich - ich schaffe das schon alleine. Du und Xander könntet noch ein wenig weiter recherchieren..."

"Was ist mit dem Bannspruch?" Spike fühlte sich ausgeschlossen. Sicher, er erinnerte sich an diese Lehrerin, die Angel, besser gesagt Angelus im Anfall von Wahnsinn getötet hatte und damit seine eigene Pläne vereitelte. Aber das diese Menschen nach so langer Zeit immer noch nicht darüber sprechen konnten, verstand er nicht.

"Ich will Llevlyn ein für allemal ausschalten. Ihn mit dem Bannspruch zurück in die Hölle zu schicken reicht nicht aus. Er wird eines Tages zurückkommen und seine Jagd fortführen. Ich will ihn als Staub zu Boden rieseln sehen..."

"Und wie wollen sie das anstellen, hm? Sie wissen doch genauso gut, wie ich, daß nicht mal die Kräfte der Jägerin ausgereicht hatten..."

"Spike, sei still. Ich will das nicht hören!" Und damit stürmte Giles aus seiner Wohnung, um den ehemaligen Besitzer des Zauberladens aufzusuchen.

Buffy hing in völliger Dunkelheit an ihren Ketten, und langsam fingen ihre Gliedmassen an zu schmerzen und müde zu werden. Ihr ganzes Gewicht zog an den Handgelenken und die Dunkelheit und Stille um sie herum, half nicht, daß sie sich besser fühlte. Ihr Kopf dröhnte von dem Schlag, den ihr Llevlyn verpaßt hatte und sie hätte gerne geschlafen, aber in dieser unbequemen Lage war das kaum möglich. Sie hatte nicht mal genug Spielraum, um zu überprüfen, ob die Ketten so fest waren, daß sie sie vielleicht aus der Verankerung hätte reißen können, wie ihr das damals im Keller der Zeta-Kappa-Verbindung gelungen war. Sie glaubt so langsam in einem ziemlich schlimmen Schlamassel geraten zu sein. Und wer hatte schuld? Giles. Prima. Dem Mann, den sie blind vertraut hatte, seit mehr als 3 Jahren. Und dann das. Sie wußte nicht, ob sie wütend auf ihn war oder einfach nur enttäuscht. Vielleicht beides. Aber wenn er jetzt hier wäre und sie nicht gefesselt wäre, oh Mann, dann würde sie ihn die Kräfte einer Jägerin spüren lassen. Das wäre ganz schön was anderes, als er es in ihrem Training zu spüren bekommen hatte, als sie versucht hatte sich zurückzuhalten. Aber das half ihr auch nicht. Gut sie konnte auf Giles wütend sein, aber das änderte an ihrer Lage nichts und wahrscheinlich war es ja Giles, der sie hier rausholte.

Giles raste durch die Straßen von Sunnydale, soweit man bei seinem Auto von rasen sprechen konnte. Nahm keine Rücksicht auf rote Ampeln oder Geschwindigkeitsbegrenzungen. Als er bei der Adresse ankam, stürmte er die Treppe nach oben, hämmerte gegen die Tür. Als ihm nach einigen Minuten ein verschlafener Mann in einem Kimonopyjama öffnete, drängte sich Giles einfach an ihm vorbei. Der Mann hatte sich kaum verändert, er war höchstens etwas schwergewichtiger geworden.

"HEY...was..."

"Hören sie, es tut mir leid einfach so einzudringen, glauben sie mir, aber es geht hier um einen Notfall. I-ich brauche einen ganz bestimmten magischen Gegenstand und ich ..."

"Ich habe mich zur Ruhe gesetzt. Wenn sie jetzt bitte meine Wohnung verlassen würden, bevor ich die Polizei rufe?"

"I-ich - sie verstehen nicht. I-ich weiß von einer alten Freundin, ihnen war sie als Janna bekannt, daß sie in solchen Angelegenheiten eine Anlaufstelle sind...bitte," fügte er etwas verzweifelter hinzu.

"Oh, so ist das." Sicher erinnerte sich der Mann an Enyos und seine Nichte Janna vom Volk der Kalderash. Beider Tod war ja schließlich der Grund gewesen, dass er es für sicherer gehalten hatte sich zur ruhe zusetzten. "Was genau suchen sie?"

"I-ich brauche einen "Tetachlion".

"Aha, ein Mann der weis was er will. Was wollen sie den mit einem geweihten Pflock? Noch dazu einem keltischen?"

Der Mann ging zu einer Tür und bedeutete Giles ihm zu folgen. Die Tür führte zum Keller. In Regalen stapelten Kisten, beschriftet , verstaubt. Der Mann bestieg ein Holztreppchen und holte eine Kiste nach unten.

"Ich, ich muß einer Freundin das Leben retten. Und das geht nur damit...", er wußte nicht wie weit der Mann an solche Dinge glaubte. Das er die mystischen Gegenstände verkaufte, hieß noch lange nicht, daß er auch daran glauben mußte.

"Sicher," er kramte in der Kiste herum. "Ah, hier haben wir ihren Tetachlion. Bitte." Er reichte Giles, den schmalen Pflock aus Eichenholz. Giles griff in seine Tasche und holte einen 100 Dollarschein heraus.

"Ist schon in Ordnung. Sie sind ja uhm waren ein Freund von Janna. Das geht schon in Ordnung."

Giles stieg in seinen Wagen und legte den kostbaren Pflock auf den Boden der Beifahrerseite und startete durch, als etwas, jemand, auf seine Motorhaube sprang. Die Frontscheibe zersplitterte, als eine Faust auf ihn zu raste und ihm am Kragen packte und aus dem Wagen riss. Er blickte direkt in Llevlyns schwarze Augen.

"Wo Giles bleibt?" Willow stand an dem Fenster neben der Eingangstür und sah jetzt bereits zum zehntenmal auf die Straße. "Ich mache mir langsam sorgen. Ihr nicht?"

Sie sah zu Xander und Spike, die mit einer Packung Chips vor Giles kleinen Fernseher saßen und sich über die Nachtwiederholungen von "South Park" amüsierten.

"Er kommt schon. Wer weiß wo er das Ding herholen muß. Jetzt komm, setzt dich zu uns."

Xander rückte etwas weiter an Spike heran, der angewidert und erstaunt ein Stückchen wegrutschte. Das er ihnen half, oder gar mit ihnen den Fernseher teilte, hieß nicht das er auch noch Köperkontakt mit ihnen erdulden mußte. Xander sah ihn komisch von der Seite an. Willow kam tatsächlich, setzte sich, spritzte aber eine Minute später wieder hoch.

"O.k., Jungs. Giles ist jetzt über 2 Stunden weg. Da stimmt was nicht. Ruf Anya an. Sie soll uns mit dem Auto abholen."

Xander tat, was Willow verlangte, während Willow in Giles Notizbuch blätterte, um die Adresse herauszufinden.

Als sie bei der Adresse ankamen, die Giles zum Glück unterstrichen hatte, sahen sie schon das Blaulicht von weiten. Willow schenkte Xander einen strafenden Blick. Sie hatte von Anfang an gefühlt, dass was nicht stimmte, als Giles länger als eine Stunde unterwegs gewesen war. Sie parkten.

"Das ist Giles Auto," Willow sah entsetzt zu dem Wagen, der an einer Straßenlaterne hing. Sie beeilten sich.

"Halt, ihr könnt hier nicht durch," ein bulliger Beamter versperrte Willow den Weg, als sie unter der Absperrung zum Wagen eilen wollte.

"Das - unser Freund. Das ist sein Auto," stammelte Willow.

"Mr. Rupert Giles," fragte der Polizist nach.

Die drei nickten stumm. Der Polizist hob die Absperrung hoch und ließ die drei durch. Mit wackligen Knien näherte sich Willow dem Auto und Xander hatte ein flaues Gefühl im Magen. Selbst Anya sah besorgt aus. Sie entdeckten die zerbrochene Frontscheibe, aber kein Giles. Sie drehten sich fragend zum Polizisten herum.

"Mr. Giles ist nicht im Wagen gewesen, als wir hier ankamen. Wir haben nur seine Geldbörse gefunden mit Ausweisen, Adressen und das hier," er zeigte den drei den Tetachlion.

"Oh, den können sie getrost uns überlassen," und noch bevor der Mann was sagen konnte hatte ihn Anya den Pflock frech aus der Hand gerissen und die drei gingen eilig zu Anyas Wagen. Willow nahm den Pflock und spielte daran herum.

"Wo Giles nur abgeblieben ist? Meint ihr diese Llevlyn hat ihn geschnappt?"

Xander sprach aus, was die anderen beiden still befürchtet hatten, aber sich nicht getrau hatten, es laut auszusprechen. Schweigend fuhren sie zu Giles Wohnung, in der Hoffnung Giles dort zu finden. Aber außer Spike war niemand da und das Telefon blieb stumm.

Llevlyn war enttäuscht. Der Wächter hatte nicht die Haltung verloren, als er ihn durch die Straßen von Sunnydale schleppte. Im Gegenteil, er hatte versucht sich zu wehren und Llevlyn hatte ihn für die restliche Strecke ein wenig k.o. schlagen müssen. Schade auch. Er hatte gehofft, dass Giles um sein Leben wimmern würde, wie schon einmal. Na gut, dann mußte er eben seine Strategie ändern und konnte gleich mit seinen schönerem Spielzeug anfangen. Er war jetzt schon gespannt was Jägerin und Wächter zu seiner, für sie ausgedachten, Show sagen würden. Er schleppte Giles die Treppe nach unten wie Stunden zu vor Buffy. Sicher, er hatte gehofft länger sein böses Spiel mit ihnen treiben zu können, aber da er erkannt hatte, daß Buffy ungeahnte Kräfte besaß, und Giles wohl einiges dazu gelernt hatte, mußte er schneller handeln. Er schaltete das Licht an und Buffy stöhnte leise. Ihre Augen hatten sich an die Dunkelheit gewöhnt. Als sie Giles in Llevlyns Gewalt erkannte, sah sie sich verloren und bekam es zum erstenmal seit dem Meister wieder mit der Angst zu tun.

"Na, da staunst du, nicht wahr? Dein Wächter ist doch nicht so schlau wie du dachtest."

Llevlyn kettete Giles Buffy gegenüber auf dieselbe Weise fest, ließ das Licht an und verließ den Raum. Buffy starrte stumme Giles an und hoffte er würde bald zu sich kommen, damit sie ihm ihre Meinung geigen konnte.