Die Giles Triologie
Teil 2: Llevlyn (14-15/19)
Credits
Autor:Melanie Laier
Teil:14-15/19
Inhalt:Fortsetzung zu "Die Geister, die ich rief"
Altersfreigabe:ab 14
Rechte:Na das übliche....alles gehört rein rechtlich Joss Whedon, Fox, WB, Sandollar, Kuzi...
Kommentar:Spoiler enthalten in Blick auf die 4.Staffel
Feedback:
Geschichte

Buffy wußte nicht zu sagen, wie lange sie auf ein Lebenszeichen von Giles gewartet hatte, aber war sichtlich erleichtert, als er endlich stöhnend seinen Kopf bewegte und langsam zu sich kam. Giles sah zu nächst alles nur verschwommen und erinnerte sich schwach an den Schlag gegen die Schläfe. Also hatte er seine Entführung nicht geträumt. Sein Blick wurde klarer und fiel auf Buffy, die sichtlich unbequem zwischen zwei Säulen gekettet war. Da wurde ihm das Reißen an den eigenen Gelenken bewußt und er hob angesichts der Kopfschmerzen langsam den Blick und besah sich die Bescherung. War das das Aus für seine Jägerin und ihn? War es das, was in so vielen Wächtertagebüchern nur angedeutet wurde? Der frühe Tod, den eine Jägerin ereilen konnte, mit dem auch ein Wächter hin und wieder rechnen mußte? War er darauf vorbereitet? Hatte er wirklich gehofft, als alter Mann zu sterben?

"Sie Mistkerl."

Giles sah zurück zu Buffy, die ihn wütend anfunkelte.

"Bitte?" Giles zog seine Stirn in Falten und sah überrascht aus.

"Sie wußten die ganze Jahre über, daß es jemanden gibt, der für mich mehr den Tod bedeuten könnte als je der Meister oder ein anderes Monster eine Bedrohung gewesen wären. Und sie haben geschwiegen."

"Aber doch nur, w-weil i-ich sicher uhm sicher sein konnte das er gebannt war..."

"Oh, sparen sie sich ihre Erklärungen," fiel im Buffy ins Wort. "Darauf gebe ich nichts mehr. Sie haben mich in diese Lage gebracht. Nicht ich."

Giles hätte ihr in diesem Punkt gerne widersprochen, immerhin war sie gestern beleidigt davon gestürmt ohne sich genau zu informieren. Hätte sie das getan, hätte sie Llevlyn nicht angegriffen und sie wären nicht hier. Llevlyn hatte ja nur darauf gewartet, daß einer von ihnen den ersten Schritt machte. Aber er schwieg.

"Hat es ihnen jetzt die Sprache verschlagen, Giles?"

"Was soll ich schon sagen, Buffy? Du bist wütend, gut. Aber ich bin genauso wütend - auf mich. Wenn es dich beruhigt. Aber das hilft in dieser Situation nicht. Wir brauchen all unser Kraft um..." Giles verstummte plötzlich. Solle er ihr wirklich sagen, was auf sie zukam? Mußte sie sich darüber jetzt schon den Kopf zerbrechen?

"Um was Giles? Um die Folter durchzuhalten, von der sie sprachen? Glauben sie nicht, ich habe an nichts anderes Gedacht seit ich hier hänge, wie ein Fisch an der Angel?"

"Uhm, Buffy, i-ich denke wir spielen bereits sein Spiel mit. Er will uns aufeinander hetzen und wie es scheint funktioniert es bei dir hervorragend."

Giles sah sie direkt an.

Vielleicht hatte ja Giles recht, man konnte nie wissen. Das änderte aber nichts daran, dass sie hier die Hölle erleben sollten. Hatte sie nicht alles Recht der Welt ihre Wut, ihren Zorn herauszulassen? Oder tat sie damit Giles unrecht?

"Was schlagen sie vor?" Es war vernünftiger einen klaren Kopf zu bewahren. Zu planen, sich an Fakten festzuhalten auch wenn es keine gab oder nur düstere.

Giles sah Buffy mit gerunzelter Stirn an. Was war das für eine Frage in solch einer Lage? Hoffte sie, daß er sie beide befreien konnte? Hatte sie wirklich soviel Hoffnung in ihn? Er hatte keinen Plan, keine Hoffnung, keinen Ausweg. Aber das wollte er ihr nicht sagen. Er hatte ihr nie seine Angst, seine Panik und seine Sorgen gezeigt, weder als er sie in den Kampf gegen den Meister schickte, als Angelus Sunnydale terrorisierte oder als er sie gegen Faith alleine im Kampf wußte. Sie hatte ihn in nur seltenen Fällen seine Haltung verlieren gesehen und schätzte das machte auch einen Teil ihres Selbstbewußtseins aus. Denn wenn ein Wächte nicht stark genug war, dann gab es auch für die Jägerin keine Stärke, keine Kraft. Wie oft, wurde eine Jägerin durch die Unfähigkeit ihres Wächters, durch dessen Angst und Panik in den Tod geschickt. Er wußte das nur zu gut. Aber diese Situation unterschätzte sie eindeutig. Die Ketten klirrten, als er sich versuchte in eine bequemere Stellung zu bringen.

"Buffy, ich ... uhm...", als er sie ansah, erkannte er in ihrem Blick die Erkenntnis, daß Giles diesmal keinen Plan hatte und beide hier den Tod finden sollten.

**********************

"Wir können hier doch nicht so hilflos herumsitzen und uns unnötig Sorgen machen," Willows Gehirn arbeitete auf Hochtouren. "Buffy und Giles schweben in größter Gefahr. Spike müßte das wissen und wir, wir haben Giles Ausführungen gehört. Spike, hast du eine Idee?"

Spike spielte gedankenverloren an seiner Unterlippe. Er schien wirklich nachzudenken.

"Ehm, ja...ich weiß nicht. Mit diesem Bannspruch, den ja Giles in diesem Buch hier übersetzten wollte, wäre uns gedient. Mit eurem Pflock, müßten wir erst mal Llevlyn ausfindig machen. Effektiver wäre es in der Tat."

"Also gut, dann mal alle herhören: Buffy und Giles brauchen uns jetzt. Wenn das was Giles angedeutet hat stimmt, dann wird es für die beiden verdammt ungemütlich und wir sollten dafür sogen, dass ihnen nicht zu viel geschieht. Ich, ich werde mal in Giles Tagebüchern recherchieren, um herauszufinden, was Llevlyn von ihm will. Xander und Anya ihr schnappt euch ne Karte von Sunnydale und versucht mögliche Verstecke zu lokalisieren und Spike hilft euch dabei. Er müßte ja wissen, wo sich ein Vampir gerne versteckt."

Und damit verschwand Willow in Giles Schlafzimmer. Sie hoffte, dass er dort seine Bücher aufbewahrte. In einer antiken Kiste wurde sie fündig. Zum Glück war ihr Giles ein ordentlicher Mensch, wie sie lächelnd feststellen mußte, als sie sah, daß die Tagebücher mit Jahreszahlen beschriftet waren. Sie ging 15 Jahre zurück und fand den Band, beschriftet mit 1980 bis 1984. Sie übersprang die Seiten, in denen Giles ausschweifend über seine Ausbildung berichtete und die Landschaft von Irland ausführlich beschrieb. Zu jedem anderen Zeitpunkt hätte es ihr gefallen, in Giles Vergangenheit herumzuschnüffeln, aber jetzt ging es um Giles und Buffys Leben und da zählten nur die Fakten. Endlich fand sie die ersten Hinweise. Offensichtlich hieß Giles erste Jägerin Eileen Sullivan und war 17 gewesen, als Giles, der wohl um die 30 gewesen sein mußte, 1981 als ihr Wächter nach Irland kam. Sie las weiter. Eileen hatte ihren eigenen Wächter durch einen Licht-und Schattendämon verloren, der sich von menschlichen Seelen ernährt und sich in ihren Wächter eingenistet hatte. Das Verhältnis zwischen Giles und Eileen schien eher kühl und distanziert gewesen zu sein. Zum einen weil Giles noch keine Erfahrungen hatte und zum andern weil Eileen niemand anderem Rechenschaft schuldig sein wollte, als ihrem verstorben Wächter, den sie seit sie acht gewesen war als ihren Ziehvater gekannte hatte. Anscheinend hatte der Rat, nach dem Unfalltod ihre Eltern ihren Wächter frühzeitig auf sie angesetzt. Willow übersprang diesen Teil. Er war nicht für sie wichtig. Aber sie nahm sich vor Giles doch ein wenig mehr über diese Eileen auszuquetschen. Wenn Buffy keine Interesse zeigt, sie jedenfalls war neugierig geworden. Sie suchte die Eintragungen die im Jahre 1984 begannen. Nach Giles Aufzeichnung war das Verhältnis nicht viel besser geworden, Eileen war inzwischen 19 und fühlte sich als Erwachsene weder ihm noch dem Rat untergeordnet. Aber sie rebellierte nicht offen dagegen an, so wie Buffy es getan hatte. Es war nur ein ständiger Grund, daß Giles und Eileen sich stritten. Willow las weiter.

"Ich sehe nicht ein warum ich dabei helfen soll. Das ist doch sinnlos,"Anya sah Xander schmollend an.

Spike grinste breit. Es gefiel ihm, daß Xander offensichtlich mit seiner Gefährtin ständig Schwierigkeiten hatte.

"Anya, es geht hier um das Leben von unseren Freunden. Also bitte," Xander steckte mit roten Pinnadeln mögliche Gebiete auf der Karte ab, die sie in Giles Schrank gefunden hatten.

"Toll, eure Freunde. Ich sehe das Ganze etwas...WAS?" Anya war Xanders strafender Blick nicht entgangen. "Du vergisst hier, daß es Giles war, der mir mein Amulett zerstört hat."

"Ja, und dank ihm, konntest du menschlich werden und dich in mich verlieben. Plus Punkt für Giles." Xander hatte jetzt wirklich keine Lust auf eine Diskussion mit Anya.

Anya überlegte kurz und mußte dabei an den vielen Sex mit Xander denken, den sie pausenlos zu genießen bekam. Sie machte ein zufriedenes Gesicht.

"O.k. du hast recht. Was kann ich tun?" Xander blickte sie erstaunt an. Woher der Sinneswandel?

"Leute, ich weiß warum Llevlyn hinter Giles her ist," Willow kam zurück, bewaffnet mit dem Tagebuch.

"Dann lass mal hören," Xander legte die Karte zur Seite. Das brachte in seinen Augen eh nicht viel.

"Nach Giles Aufzeichnung hier, hatte er keineswegs feige den Rückzug nach England angetreten, so wie er uns die ganze Zeit glauben ließ. Er hatte übereilt Llevlyns Versteck aufgesucht, um seine Jägerin zu befreien. Als er dann jedoch von Llevlyn gefangen genommen wurde, stellte ihn Llevlyn vor die Wahl. Sein Leben gegen das der Jägerin. Llevlyn gab Giles diese Chance, weil er ihn befreit hatte und das war sein Dankeschön Geschenk. Giles wollte lieber an der Seite seiner Jägerin bleiben. Aber diese entschied sich dagegen und forderte Llevlyn zum Kampf heraus. Giles protestierte, aber Llevlyn nahm die Herausforderung an. Giles wurde ausgesetzt und er scheint mehrer Tage versucht zu haben zu Llevlyns Versteck zurückzukehren. Aber vergebens. Er brach auf, um Ethan zu suchen, der im Besitz des Bannspruchs war. Als er Ethan fand war es bereits zu spät: Llevlyn schickte ihm die Leiche seiner Jägerin nach, mit der unmissverständlichen Drohung, ihn als nächstes zu holen, da er ihm den Spaß an seinem Ritual genommen hatte."

"Ritual?" wollte Xander wissen.

"Den Wächter und seine Jägerin aufeinander zuhetzen, sie zu quälen, sie zu foltern und dann die Jägerin vor den Augen des Wächters zu töten. Giles floh nach England in den Schoß des Rates und versteckt sich bis dieser Merrick, Buffys erster Wächter, Llevlyn bannte. Giles wurde Pflichtverletzung und Verrat vorgeworfen. Beweisen konnte es niemand. Nur den Punkt, dass er mit Ethan auf Grund einer Wette, Llevlyn entfesselt hatte. Woraufhin er suspendiert wurde..."

"Der Mann hat ja wirklich ne tolle Karriere hinter sich und scheint sich zu wiederholen," Xander musste an Giles Suspendierung Mitte letzten Jahres denken. Willow beachtete ihn gar nicht und fuhr fort.

"Tja, das fand ich alles in seinem Tagebuch."

"Weiterhelfen tut es uns jedenfalls nicht, Rotschopf." Spike hatte ihnen schweigend und auch nachdenklich zu gehört. "Ich denke, wenn er sich versteckt, dann in einem leerstehenden Gebäude, am Hafen, Büro- gebäude...vielleicht sollten wir uns darauf konzentrieren?"

"Das ist mal eine ausgesprochen gute Idee, von Spitzzahn hier," Xander klopfte ihm kameradschaftlich auf den Rücken. Spike sag ihn gift an.

"Ich rufe Oz an, vielleicht nützt uns ja seine feine Werwolfnase bei der Suche," Willow war schon am Apparat und wartete erst gar nicht auf Zustimmung.

Giles Gedanken versuchten sich auf das Problem zu konzentrieren. Aber was brachte das schon? Es war beiden klar, dass sie hier völlig machtlos an Ketten hingen und darauf warteten, dass Llevlyn zurückkehrte und sein grausames Spiel begann. Giles erinnerte sich zurück, als er durch Zufall über Llevlyns Versteck gestolpert war. Unvorbereitet, naiv und dumm war er ihm gegenüber getreten. Und das hatte seiner Jägerin Eileen das Leben gekostet. Sie war genauso alt gewesen wie Buffy im Moment. Und das schmerzte noch mehr. Giles hatte sich damals geschworen, nie wieder das Leben einer Jägerin zu opfern, sondern lieber sein eigenes für das der Jägerin zu geben. Das mag vielleicht auch dumm und naiv gewesen sein, dachte sich Giles, aber immer noch besser, als mit der Schuld leben zu müssen. Er sah zu Buffy, die ihren eigenen Gedanken nachzuhängen schien. Sie sah ihn nicht an und so richtete er seinen Blick auf die Tür. Wäre es jetzt nicht wunderbar, Oz, Willow oder Xander kämen zur ihrer Rettung durch diese Tür? Begann er jetzt schon die gedankliche Kontrolle über sich zu verlieren? Er konnte sich schon glücklich schätzen, wenn sie und nicht die Polizei den Tetachlion fanden.

"Giles?"

Giles sah zurück zu Buffy.

"Giles, ich glaube ich habe zum erstenmal seit ich Vollzeit-Jägerin bin Angst. Und ich befürchte, dass mich diese Angst wahnsinnig macht."

Ihre Stimme war mehr ein Flüstern. Aber Giles hörte trotzdem darin den stummen Vorwurf.

"Ich weiß Buffy. Ich weiß..." seine Stimme versagte.

"Ist - ist das alles was sie darauf zu sagen wissen?"

"Was willst du hören? Das alles gut wird? Das man uns vorher finden wird und rettet? Das alles nur ein Traum ist? Ich habe fast 4 Jahre versucht dich auf das mögliche Ende vorzubereiten, trotz deiner Gegenbeweise, dass dich so schnell nichts aus dem Leben befördern kann. Aber irgendwann..." Giles unterbrach sich selbst.

Er hörte sich verbittert und kalt an. Das wollte er nicht. Er musst für seine Jägerin stark bleiben, durfte ihr nicht zeigen wie viel Angst er um sie beide hatte.

"Giles? Geben sie doch einfach zu, dass sie auch Angst empfinden. Es bringt uns doch nichts, wenn wir uns deswegen belügen."

Giles ließ den Kopf hängen. Buffy hatte recht. Aber es war nicht so einfach, das zu zugeben. Er wollte immer seine Jägerin beschützen. Sein größter Alptraum war ihr Tod gewesen. Das sie den Weg eines Tages gemeinsam beschreiten sollten, hatte er nicht geahnt.

"Uhm, Giles, was ich sie schon immer fragen wollte...uhm...wie....wie war das damals mit Angel? Genauso?"

Giles sah erstaunt hoch. Buffy hatte ihn kein einziges mal deswegen in den letzten 1 ½ Jahren angesprochen, noch hatte er ihr je zu verstehen gegeben, darüber mit ihr reden zu wollen.

"Uh, ich wollte nicht...uhm Erinnerungen wecken," Buffy war sich bewusst, dass die Situation es verbat alte Wunden aufzureißen, aber jetzt hatte sie schon mal damit begonnen.

"Uhm, ich weiß nicht...damals wusste ich, wenn ich nicht schweige, ist die Welt dem Untergang geweiht. Ich war auf den Tod vorbereitet gewesen, weil er Sinn machte. Das hier ist...völliger Wahnsinn. Wir werden einfach nur sterben, weil es ein psychopathischer Ur-Vampir so will..." Giles schluckte schwer.

Buffy schwieg und bohrte nicht weiter. Vielleicht hätte sie schon früher die Gelegenheit ergreifen sollen, um mit Giles darüber zu reden, zu erfahren, was in ihrem Wächter seit damals vorging, was er damals durchgemacht hatte. Sie hätte ihm dabei auch endlich mal sagen können, wieviel er ihr bedeutete. Aber irgendwie dachte sie immer, es wäre unpassend, oder sie hätte ja noch alle Zeit der Welt, ihm das zu sagen. Wie man sich doch täuschen konnte.

"Buffy, hörzu. Egal was passiert...uh...ich wollte dir nur sagen...uhm du solltest wissen...wie leid mir das alles tut - der Wahnsinn. Ich...uh...wir, der Rat, haben dich in eine Rolle hineingedrängt und du und ich haben ihm treu gedient bis zur Wende vor einem halben Jahr. Und trotzdem haben wir gemeinsam weitergemacht, Sunnydale vom Bösen gesäubert. Ich wünsche mir manchmal, wir hätten uns unter anderen Umständen kennengelernt, besser gesagt...ich meine...ich wäre dir gerne mehr als nur der steife Brite, dein Wächter gewesen, uhm im Sinne eines guten Freundes..."

"Giles...", Buffy fiel im ins Wort. Sie lächelte, trotz ihrer Lage. Was musste Giles immer so kompliziert daher reden. Hätte es nicht ein einfaches "Buffy, du bedeutest mir sehr viel" getan? Trotz der fast vier Jahren mit ihr als Jägerin, konnte er den Briten nicht ablegen. "...ich weiß das doch. Und sie sind doch schon längst mehr als nur mein Wächter. Zu wem komme ich den bitte schön mit meinen Problemen angerannt? Nun gut überwiegend," Buffy war der zweifelnde Blick von Giles nicht entgangen. "Und auf wessen Ratschläge höre ich - uh mehr oder weniger? Und gegen unsere Bestimmung können wir nun nicht mal dagegen an?"

Was hätte sie jetzt nicht alles dafür gegeben Giles in diesem Augenblick in die Arme nehmen zu können, wenn auch nur kurz und auch nur dieses eine Mal. Wie sehr bedauerte Buffy gerade jetzt, ihm nicht öfters gesagt zu haben, daß sie ihn brauchte, dass er ihr jedesmal Halt gegeben hatte, wenn sie keinen Ausweg gewußt hatte. Er war mehr für sie, als es ihr eigener Vater je gewesen war oder es ihre Mutter hätte sein können, so sehr ihr dieses Eingeständnis auch schwer viel und weh tat.

"Giles, sie wissen....sie wissen doch hoffentlich wie sehr mir an ihnen liegt, was sie mir bedeuten...",

Die Tür flog auf. Buffy und Giles wurden grob unterbrochen und Giles verfluchte sich für seine Steifheit und unterdrückten Gefühle. Er hatte es schon wieder verbockt und diesmal gab es keine neue Gelegenheit. Nicht wenn die Legende um Llevlyn hielt, was sie versprach.

"Oh, wie nett. Ihr zwei geht noch nicht aufeinander los. Redet sogar noch mit einander. Schade auch." Llevlyn kam näher.

"Ich habe mich mal schlau gemacht, mich umgehört. Und dabei interessante Dinge erfahren." Er trat hinter Buffy und grinste Giles mit seiner Vampirfratze an, die Eckzähne waren lang und Giles Blick heftete sich sofort darauf.

"Sag Rupert, wie fühlt sich das Brechen von Knochen an?" Buffys Sinne schalteten sofort auf Alarm. Ihre Muskeln verkrampften sich.

"Nun, Rupert, wie ist das?"

Seine Hand legte sich auf Buffys rechte Schulter, wanderte zu ihrem Hals hoch, streifte ihre Kehle. Giles sah wie hypnotisiert Llevlyn zu, das Atmen fiel ihm schwer. Er versuchte nicht in Panik zu geraten. Was hatte der Vampir mit Buffy vor? Er durfte ihm nicht seine Angst zeigen, denn genau das wollte Llevlyn. Wenn er ruhig blieb, hatte der Vampir keinen Spaß daran. Also schwieg er. Buffy sah durch Giles hindurch und wartete auf den Schmerz. Irgendetwas in dieser Richtung ahnte sie. Aber das half ihr auch nicht, die Angst zu unterdrücken. Llevlyn zog seine Hand zurück und schnaufte verächtlich.

"Ihr wollt wohl beide nicht kooperativ sein. Schön, dann zieh ich jetzt mal andere Seiten auf." Er packte Buffys Hals, bog ihn nach links und stutzte. Er entdeckt die Narbe, die Buffy als Erinnerung an Angels Biss zurückbehalten hatte.

"Oh, wie ich sehe, hat dich schon jemand anders angeknabbert."

Ihm war heute aber auch kein Spaß gegönnt. Er ließ erneut ab, denn er wollte nicht von jemanden trinken, an dem ein andere Vampir seinen Durst gestillt hatte.

"Ja, präziser Angel." Giles versuchte Llevlyn aus der Reserve zu locken.

"Angel? Mein Angelus?"

Giles nickte.

"Oh, ich wußte ja schon immer, das der Knabe Geschmack hat. Wie geht es Angelus?"

"Wir haben ihn zur Hölle geschickt und bekamen ein Schoßhündchen zurück," zischte ihn Buffy an, die keine Lust hatte über Angel zu reden. Was dachte sich Giles eigentlich dabei? Llevlyn sah von Giles zu Buffy, knurrte und schlug ihr mit der Faust in die Seite, auf die Rippen. Buffy stockte der Atem. Sie spürte ihre Rippen, die in zwei brachen. Der Schmerz wurde durch ihre unbequeme Lage zur Qual. Doch sie biss die Zähne zusammen.

"Mistkerl," Giles rüttelte sinnlos an seinen Ketten.

Llevlyn lachte auf.

"Ah, endlich spielt ihr mit. Wie schön," und damit verschwand Llevlyn aus dem Raum.